Regionaltreffen am 10.09.2013 in Fürth

Fränkisches Regionaltreffen in Fürth

Am Dienstag, 10. September fand wieder ein Regionaltreffen des BVD e.V. in Franken, diesmal in den Räumen von machen.de in Fürth statt.

Thema des Treffens war der Tarif VR-Ö der GEMA

Mit einigem Abstand zur Musikmesse in Frankfurt  war es nun Zeit die dort gewonnenen Erkenntnisse über die Neuauflage des Tarifs VR-Ö an unsere Mitglieder und Interessierte in der Region weiterzugeben. Gleichzeitig wollten wir auch sehen, was sich seit den täglichen Panels und Diskussionen im Musikbiz-Forum in Halle 5.1 getan hat. So haben wir die Fachpresse und das Internet durchforstet, sowie unseren GEMA-Experten Vizepräsident Ole Möhlenkamp interviewt und die Ergebnisse an unsere Gäste beim Regionaltreffen weitergegeben.

Nach wie vor viel Diskussionsbedarf

Der Tarif VR-Ö an sich ist recht einfach, 13 Cent pro Titel und Kopie, sowie 125 Euro für Backups und den Altbestand (nur in 2013). Das an sich erscheint auch nicht das Problem zu sein. Wie sich auch bei anderen Regionaltreffen in der Zwischenzeit herauskristallisierte besteht der allgemeine Tenor darin, dass die Kolleginnen und Kollegen vor allem Angst haben, mit ihrer Anmeldung bei der GEMA zukünftigen nicht kalkulierbaren und ständigen Forderungen Tür und Tor zu öffnen. Diese Befürchtungen sind tatsächlich nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen, da z.B. die GVL ebenfalls Ansprüche aus den Vervielfältigungen geltend machen kann, es bislang allerdings aber keinerlei Informationen gibt in welcher Höhe diese Gebühren ausfallen würden. Ebenfalls scheint noch nicht abschließend geklärt, wann nun die Lizenzierung nötig ist und wann nicht. Es gibt aktuell derart viele Unterschiede in der technischen Datenverarbeitung, dass nicht umfassend klar ist, wann genau eine gebührenpflichtige Kopie entsteht. Einige Kollegen trifft es auch deshalb besonders hart, da sie Equipment zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit nutzen, das mehrfache Kopien der für den jeweiligen Auftrag relevanten Titel erfordert. Auch den großen Zusammenhang verlieren unsere Mitglieder nicht aus den Augen: Diejenigen, die noch immer CDs und Vinyl kaufen, diese aber zusätzlich digitalisieren zahlen zukünftig doppelt. Gerade bei sog. Jingle- oder Sample-Compilations übersteigt der für die zeitaufwendige Digitalisierung abzuführende Betrag schnell den Anschaffungspreis der CD um mehr als das Doppelte! Dabei sind diese kurzen Einspieler größtenteils gar nicht in digitaler Form erhältlich, müssen zur Verwendung in einem Sample-Player (z.B. Roland SP-404) aber in digitaler Form vorliegen. Sie postulieren also, der VR-Ö würde die künstlerische Freiheit einschränken, da der Einsatz bestimmter DJ-Techniken nur denjenigen vorbehalten bleiben würde, die die damit verbundenen Kosten tragen könnten. Unsere Kollegen befürchten weiterhin, dass der Tarif dazu führt, dass die qualitativ hochwertigeren Tonträger wie Vinyl und auch die CD, gänzlich verschwinden würden. Aktuell sind ja bereits viele der für den DJ unverzichtbaren Club Edits & Remixe schon nicht mehr außerhalb von Download-Portalen erhältlich. Wieder andere DJs führen an, dass Sie die meisten Tracks nur eine sehr begrenzte Zeit (ca. ein bis zwei Monate) nutzen könnten, da das Publikum dann bereits wieder neue Stücke fordern würde, was zu einer deutlichen finanziellen Mehrbelastung führe, die von den Veranstaltern im Gegenzug allerdings nicht vergütet werden würde. Diese und viele andere Sorgen plagen unsere Mitglieder wie auch DJs, die nur wegen des Austausches zum nach wie vor kontroversen Thema GEMA zu den Regionaltreffen gekommen waren. Wir Regionalrepräsentanten schließen daraus, dass es noch immer viele ungeklärte Fragen zum Tarif VR-Ö gibt. Auch solche die wir, trotz monatelanger intensiver Auseinandersetzung mit ihm nicht beantworten können. Zudem tauchen stetig neue Aspekte auf, die bislang noch gar nicht berücksichtigt worden waren.

Hier sehen wir es als die Aufgabe unseres Verbandes an weiterhin  unsere Mitglieder aufzuklären soweit es uns möglich ist und mit ihnen den Dialog zu suchen um das wertvolle Feedback, das wir bekommen gesammelt und anonymisiert an die Verantwortlichen der GEMA weiterzugeben. Auch deshalb, weil sich viele DJs nicht trauen ihre Fragen direkt an die GEMA zu richten, da sie fürchten ihre persönlichen Daten preiszugeben, hinterher verdächtigt zu werden oder unvermittelt vor hohen Forderungen zu stehen.

Natürlich gab es abseits des Hauptthemas ebenfalls viele weitere Dinge zu besprechen und so endete unser Regionaltreffen erneut weit nach Mitternacht. Wir freuen uns dennoch jetzt schon auf den nächsten interessanten Abend unter Kollegen. Diesen möchten wir auch gleich ankündigen:

Nächstes Treffen am 08.10.2013

Bei unserem nächsten Treffen am 08.10.2013 in Burgebrach werden wir die RCF-Roadshow zu Gast im Süden haben.
Selbstverständlich sind, wie immer wieder alle Interessierten herzlich eingeladen unsere kostenlosen Regionaltreffen zu besuchen, neue Kontakte zu knüpfen, sich mit Kollegen auszutauschen und einen entspannten Abend in Gesellschaft Gleichgesinnter zu verbringen.

Für unsere DJs noch ein weiterer Veranstaltungstipp:

Native Instruments kommt ebenfalls ins Musikhaus Thomann und stellt das neue Traktor Kontrol S2 und S4 vor. Am Samstag den 12.10.2013 um 14 Uhr könnt ihr nach vorheriger Anmeldung dort an diesem kostenlosen Workshop teilnehmen. Weitere Infos findet ihr hier: www.thomann.de/de/news_msg_traktor_kontrol_it_all_tour.html

Sebastian Holzberger

(Dieser Bericht spiegelt nicht zwangsweise die Meinung des Verbands wider; für deren Inhalt ist allein der namentlich erwähnte Autor verantwortlich!)