TrackHound im Praxistest: Automatische Setlisten für DJs

Wer nach einem DJ Set schon einmal nachvollziehen musste, welche Titel tatsächlich gelaufen sind, kennt das Problem: Während des Auflegens bleibt kaum Zeit, jeden Track mitzuschreiben. Genau hier setzt TrackHound von Pondstack Software an. Die iOS App erkennt laufende Musik automatisch, erstellt daraus eine Trackliste und richtet sich besonders an DJs, die ihre Sets dokumentieren, auswerten oder später als Playlist weiterverwenden möchten.

TrackHound wurde laut Anbieter aus einem praktischen DJ Problem heraus entwickelt: Während eines Sets läuft Musik oft über mehrere Stunden, eine vollständige Setlist entsteht aber meistens nur mit großem Aufwand. Die App hört entweder über das Mikrofon von iPhone oder iPad mit oder kann über ein USB Audiointerface direkt mit dem Mixer Signal verbunden werden. Erkannte Titel werden mit Zeitstempel gespeichert und stehen nach der Session als übersichtliche Trackliste zur Verfügung.

Praktisch für die Nachbereitung: TrackHound kann neben dem erkannten Titel auch zusätzliche Informationen wie BPM und Tonart anzeigen, sofern diese vom jeweiligen Musikdienst oder Anbieter bereitgestellt werden. So lassen sich Sets später nicht nur dokumentieren, sondern auch musikalisch besser auswerten. Im App Store wird TrackHound als App für automatische DJ Set Erkennung beschrieben. Genannt werden unter anderem kontinuierliche Erkennung im Hintergrund, Live Activity und Dynamic Island, Top Tracks Ranking, iCloud Sync, Session Vergleich, externe Mikrofone sowie eine dreistufige Erkennung mit Bestätigungsschwelle. Laut App Store nutzt TrackHound dafür ShazamKit.

Besonders praktisch ist der Export. Laut Anbieter lassen sich erkannte Tracks als Playlist zu Apple Music, Spotify, Tidal oder Deezer übertragen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ein DJReport Protokoll zu erstellen, das zur späteren Dokumentation gespielter Titel genutzt werden kann. Mehrere Sessions können außerdem zusammengeführt, durchsucht und ausgewertet werden. Für DJs ist das nicht nur nach Club oder Event Einsätzen interessant, sondern auch zur eigenen Analyse: Welche Titel laufen häufig? Welche Songs funktionieren in verschiedenen Sets? Welche Tracks tauchen immer wieder auf?

Im ersten Praxistest für den BVD e.V. und das DJ Magazin wurde TrackHound von DJ Patrice S. von Trusted DJ getestet. Das Ergebnis war positiv: Von 30 angebotenen Tracks wurden 29 erkannt. Zusätzlich wurden zwei Titel erkannt, die tatsächlich nicht gespielt wurden. Ein Track wurde nicht erkannt: Bruno Mars – I Just Might (Jay Frog Who’s Got The Funk Bootleg). Zum Vergleich wurde das gleiche Material auch Shazam vorgelegt. Das Ergebnis war ähnlich, allerdings wurden dort vier zusätzliche Titel erkannt, die nicht gespielt wurden. Auch Shazam erkannte den genannten Bootleg nicht.

Der Test zeigt: TrackHound arbeitet bereits sehr zuverlässig, ist aber nicht fehlerfrei. Gerade bei Bootlegs, Edits, Remixen oder nicht offiziell veröffentlichten Versionen stößt automatische Musikerkennung weiterhin an Grenzen. Für die Praxis bedeutet das: Die App liefert eine starke Grundlage für Setlisten, ersetzt aber nicht die abschließende Kontrolle durch den DJ.

Positiv ist auch eine Schutzfunktion für längere Sessions: Wenn TrackHound neun Minuten lang keine Musik mehr empfängt beziehungsweise kein verwertbares Audiosignal erkennt, informiert die App den Nutzer. Nach zehn Minuten ohne Musik beendet sie die Erkennung automatisch. Das verhindert, dass die App unnötig weiterläuft, falls eine Session versehentlich nicht gestoppt wurde. Konkrete Messwerte zum Stromverbrauch lagen im ersten Test noch nicht vor, für längere DJ Sets empfiehlt sich dennoch ein vollständig geladenes Gerät oder eine externe Stromversorgung.

Spannend ist TrackHound für DJs, die ihre Setlisten dokumentieren möchten, für Musikfans, die Titel aus Clubnächten, Radiosendungen oder Festivals sammeln wollen, und für alle, die ihre musikalischen Gewohnheiten auswerten möchten. Pondstack selbst positioniert TrackHound ausdrücklich nicht nur für DJs, sondern auch für Musikfans, Radiohörer und Clubbesucher.

TrackHound ist für iPhone und iPad verfügbar. Aktuell gibt es die App als Einführungsangebot für 9,99 Euro bis zum 18.05., danach soll der Preis bei 14,99 Euro liegen.

Fazit

TrackHound löst ein echtes Alltagsproblem vieler DJs: die automatische Dokumentation gespielter Musik. Die App ist besonders interessant für DJs, die ihre Setlisten sichern, Playlists erstellen oder ihre Musikauswahl auswerten möchten. Der erste Test durch DJ Patrice S. von Trusted DJ fällt sehr positiv aus: hohe Erkennungsquote, intuitive Bedienung und klarer Praxisnutzen.

Wer regelmäßig Sets dokumentieren möchte, sollte TrackHound ausprobieren, solange das Einführungsangebot verfügbar ist. Wichtig bleibt jedoch: Automatische Erkennung ist eine Hilfe, keine Garantie. Eine finale Prüfung der Setlist bleibt gerade bei Remixen, Bootlegs und Edits sinnvoll.

Redaktioneller Hinweis: Die App wurde von DJ Patrice S. von Trusted DJ regulär gekauft und im Praxistest eigenständig geprüft. Es handelt sich nicht um bezahlte Werbung und nicht um eine gesponserte Veröffentlichung.

Quellen: Pondstack Pressemappe TrackHound, TrackHound Website, App Store Eintrag, BVD e.V. Praxistest.